Mittwoch, 28. Juni 2017

Gesellschaftspolitische Sicherheitsforschung

Das Programm der Diskussionsrunde geht allmählich auf das Ende der Vorlesungszeit zu. Am Dienstag, den 11.07. findet der vorletzte Vortrag von Herrn Sebastian Weydner-Volkmann statt. Wir hoffen auch hier auf eine interessante und ergiebige Diskussion!

Abstract:

„Angewandte Ethik“ lässt sich als ein genuin interdisziplinäres Forschungsfeld begreifen. In der Betonung der Anwendungsorientierung schwingt dabei auch der Vorwurf an die allgemeine Ethik mit, sie übergehe den tatsächlichen Bedarf für eine in konkreten Entscheidungssituationen hilfreiche Moralphilosophie. Denn um eine tatsächliche Hilfestellung zu bieten, muss dieser These gemäß die Ethik Angebote entwickeln können, die sich aus der „Komfortzone“ rein disziplinärer Problemstellungen lösen und auf die Gegebenheiten des jeweiligen Entscheidungskontextes eingehen. Das heißt, die im konkreten Entscheidungskontext relevanten Sachzwänge und Forschungsmethoden wie auch die relevanten Wertmaßstäbe und Handlungsgewohnheiten müssen adäquat berücksichtigt werden – und die Kritik lautet hierbei, dass dies durch eine simple „Anwendung“ klassischer Ethikentwürfe gerade nicht erreicht werden könne. 

Mit der Kritik an den klassischen Positionen der allgemeinen Ethik erweist sich dabei jedoch die Suche nach einer passenden Methode als eine zentrale Herausforderung: Wie lässt sich die Orientierung am jeweiligen Entscheidungskontext mit der Forderung nach Wissenschaftlichkeit und epistemologischer Begründbarkeit ethischer Ansätze vereinbaren? Wenn die Methode keine schlichte Anwendung einer utilitaristischen, kantischen oder tugendethischen Position sein soll – wie lässt sie sich sonst begründen? 

 In dem Vortrag möchte Herr Weydner-Volkmann hierzu einige methodische Überlegungen aus dem stark technisch ausgerichteten Forschungsprojekt XP-DITE vorstellen. Ziel der moralphilosophischen Forschung im Projekt war es dabei, einen ethischen Ansatz zur Bewertung von Sicherheitskontrollen an Flughäfen zu entwickeln, etwa zur Einschätzung des Eingriff in die Privatsphäre für verschiedene Kontrollprozesse. Anhand dieses Forschungsprojektes möchte er zunächst herausarbeiten, welche konkreten methodischen Herausforderungen sich hierbei für die Entwicklung eines anwendungsorientierten Ansatzes ergeben haben, der auch mit den technischen Ansätzen des Projekts kompatibel ist. Darauf aufbauend möchte er skizzieren, inwiefern eine hermeneutische Lesart von John Deweys Moralpragmatismus eine Vermittlung zwischen einer strengen Orientierung am Entscheidungskontext und einer robusten philosophisch-wissenschaftlichen Begründung leisten kann.

Literaturempfehlung: 
Volkmann, Sebastian (2014): "Angewandte Ethik für öffentliche Sicherheit: Versuch der Bestimmung einer Bereichsethik." In: Hans-Helmuth Gander, Gisela Riescher (Hrsg.): Sicherheit und offene Gesellschaft: Herausforderungen, Methoden und Praxis einer gesellschaftspolitischen Sicherheitsforschung. Bearbeitet von Sebastian Volkmann und Stefan Weidemann. Baden-Baden: Nomos 13-41.  

Freitag, 16. Juni 2017

Exegese als Altertumswissenschaft

Am Dienstag, den 27.06. im HS 1221 um 18 Uhr c.t. wird PD Dr. Stephan Witetschek (CV // Publikationen) von der Katholisch-Theologischen Fakultät der LMU München einen Vortrag halten über das Verhältnis von Exegese und Altertumswissenschaft. Wir erhoffen uns auch dieses Mal eine rege Diskussion und Teilnahme. Es sind alle Interessierten herzlich eingeladen!

Abstract

Innerhalb der Theologie gibt es verschiedene Teildisziplinen mit durchaus unterschiedlichen Ansätzen und Methoden. Das Fach Neutestamentliche Exegese (ähnliches gilt für die Alttestamentliche Exegese und die Kirchengeschichte) befindet sich dabei in einer spannungsvollen Position. Einerseits beschäftigt sich das Fach mit den Texten einer religiösen Bewegung der frühen römischen Kaiserzeit und ist daher notwendig auf den Kontakt zu den Nachbarfächern Klassische Philologie, Klassische Archäologie und Alte Geschichte angewiesen. In diesen Kontakten tritt die Exegese als ein Sonderfall antiker Religionsgeschichte auf; sie lernt viel von ihren Nachbarfächern, zuweilen trägt sie auch ihrerseits Erkenntnisse zum altertumswissenschaftlichen Diskurs bei. Andererseits ist die Exegese eine theologische Disziplin, deren Gegenstand im Christentum als "Heilige Schrift" definiert ist und von der andere theologische Fächer einen spezifischen "Input" erwarten. Beide Bezugsfelder haben Bedeutung für mögliche Entwicklungen des Faches; in diesem Spannungsfeld bewegt sich aber auch die ganze Theologie als "Glaubenswissenschaft".

Montag, 12. Juni 2017

Updates im Juni #1

Es gibt ein paar Neuigkeiten!
  • Das Impressum der Diskussionsrunde wurde optisch etwas aufgefrischt und ergänzt!
  • Die Prokolle zu den Sitzungen mit Herrn Dr. Tobias Lander "Bilder lügen nicht!" und mit Herrn Dr. Christoph Schmider "Angewandte Kirchengeschichte" stehen ab sofort als PDF-Downloads im Materialbereich zur Verfügung!
  • Die Freunde der Universität Freiburg haben die Gelder für die Initiative bewilligt!

Mittwoch, 7. Juni 2017

Einblicke in die Maschinelle Ethik

Nächsten Dienstag, 18h, HS 3117, wird Felix Lindner aus dem Institut für Informatik einen Vortrag für alle Interessierten halten. Thema: Einblicke in die maschinelle Ethik: Formalisierung und Verkörperung moralischer Urteilskompetenz. Wir freuen uns auf alle, die kommen und mitdiskutieren. Felix Lindner arbeitet derzeit mit dem Roboter Immanuel, der sich mit Menschen über moralische Fragen unterhält. Es wird bestimmt spannend!