Dienstag, 24. April 2018

Am nächsten Donnerstag hält das Mitglied der Organisationsteam der Diskussionsrunde der interdsiziplinären Anthropologie, Gaetano Rago, einen Vortrag über die Begriffsfigur des "Homo compensator".

Der Begriff "Homo compensator" ist eine Denkfigur, die in der Skepsis des 2015 verstorbenen Philosophen Odo Marquard eine philosophisch-anthropologische Schlüsselrolle einnimmt. Der Mensch sei das Wesen das widerfahrene Unsicherheitserfahrungen auf vielseitige Weise - kulturell, psychologisch, theoretisch und praktisch - kompensiert. Auf den ersten Blick lässt sich der "homo compensator" in die Reihe klassischer allgemein gültiger Wesensbestimmungen des Menschen einordnen, die über die Jahrhunderte hinweg das Bild von der philosophischen Anthropologie geprägt haben. Doch ist dann nicht alles Kompensation? 

Der Vortrag will dieser Frage aus dem Ideenhorizont Marquards nachgehen und beantworten. Und zugleich will der Vortrag aufzeigen, dass sich die Meinung von der Anthropologie als Wissenschaft, die Wesensbestimmungen formuliert, nicht halten kann, wenn man die philosophischen Veränderungen und Überlegungen innerhalb anthropologischer Fragestellungen des 20. Jahrhunderts berücksichtigt. Diese Gedanken, von denen im Vortrag neben Marquard auch die des philosophischen Anthropologen und Soziologen Helmuth Plessner einbezogen werden, werden unter dem Titel einer "skeptischen Anthropologie" verhandelt. 

Wir freuen uns auf euer Kommen und hoffen auf eine fruchtbare Diskussion!

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